Der Tiroler Arbeitsmarkt präsentierte sich im Oktober als robust, wenngleich die Zahl der arbeitsuchenden Personen leicht anstieg. Zum Stand vom 31. Oktober 2026 waren 20.541 Personen als arbeitslos gemeldet, was einem Zuwachs von 324 Menschen bzw. 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Arbeitslosenquote blieb jedoch stabil bei 5,5 Prozent und liegt damit deutlich unter dem österreichischen Durchschnitt von 7,3 Prozent.
Johannes Schranz, stv. Landesgeschäftsführer des AMS Tirol, beschreibt das aktuelle Bild als differenziert. Während die Beschäftigung weiterhin leicht wächst, profitiere nicht jeder gleichermaßen von dieser Entwicklung. Über zwei Drittel der Arbeitslosen sind seit weniger als drei Monaten ohne Beschäftigung, und etwas mehr als ein Drittel verfügt bereits über eine Einstellungszusage. Schranz betont, dass Qualifizierung und eine rasche Vermittlung daher zentral bleiben.
Im Detail zeigen sich gegensätzliche Trends zwischen den Geschlechtern und Branchen. Die Arbeitslosigkeit stieg bei Frauen deutlich stärker an (+2,7 Prozent) als bei Männern (+0,5 Prozent). Sektorale Unterschiede sind ebenfalls spürbar: Im Handel stieg die Zahl der Arbeitslosen um 180 Personen, im Gesundheits- und Sozialwesen um 85. Demgegenüber sank die Arbeitslosigkeit in der Warenherstellung um 97 und in der Beherbergung und Gastronomie um 68 Personen.
Regional variieren die Daten stark, wobei der Bezirk Lienz einen Rückgang von fast zehn Prozent verzeichnete. Im Gegensatz dazu stieg die Arbeitslosigkeit in Schwaz (+4,4 Prozent), Landeck (+3,4 Prozent), Innsbruck Stadt/Land (+3,3 Prozent), Reutte (2,3 Prozent) und Kitzbühel (0,9 Prozent). Ein vorsichtig positives Signal gibt die Jugendarbeitslosigkeit (unter 25 Jahren), die im Vorjahresvergleich um 0,1 Prozent sank, was einem Minus von zwei Personen entspricht.



