
Die auf Sahnebasis-Produkte spezialisierte QimiQ Handels GmbH mit Sitz in Hof bei Salzburg ist insolvent und versucht sich in einem gerichtlichen Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung zu stabilisieren. Das Landesgericht Salzburg eröffnete am Dienstag das Verfahren über das Vermögen des Unternehmens, das seine Verbindlichkeiten vorläufig mit rund 8,66 Millionen Euro angibt. Laut den Gläubigerschutzverbänden KSV1870, Alpenländischer Kreditorenverband (AKV) und Creditreform sind insgesamt 159 Gläubiger betroffen. Die Passiva stehen einem Gesamtbuchwert des Anlagevermögens von etwa 1,38 Millionen Euro gegenüber, der geschätzte Liquidationswert liegt mit 130.500 Euro jedoch deutlich darunter.
QimiQ vertreibt seit rund 25 Jahren natürliche, fettarme Sahnebasis-Produkte zum Kochen und Backen sowie eine vegane Alternative. Die Produkte sind sowohl im Lebensmittelhandel gelistet als auch in der Lebensmittelindustrie im Einsatz, wo sie an Produktionsbetriebe geliefert werden. Vom Ausfall betroffen sind neben dem Geschäftsführer nur zwei weitere Dienstnehmer, was die Struktur des Unternehmens als schlank und stark produktorientiert erscheinen lässt. Nach Angaben der Gesellschaft reicht das Leistungsangebot von der Rezepturentwicklung bis hin zu kompletten Foodkonzepten für gewerbliche Kunden.
Als Hauptursache für die Insolvenz nennt die Schuldnerin kräftige Milchpreissteigerungen im Zeitraum Juli bis Dezember 2025. Diese hätten die Produktionskosten um rund 15 Prozent erhöht, konnten aber nur zeitverzögert an den Handel weitergegeben werden, was die Margen belastete. Zusätzlich erschwerten nicht realisierte Warenfinanzierungen und Rahmenkredite die Lage, während verspätete Zahlungseingänge internationaler Großkunden zu Engpässen im Cashflow führten. Anfang 2026 verhängte zudem die SalzburgMilch GmbH einen Auslieferstopp, wodurch Waren nicht verfügbar waren und Umsätze ausblieben; intensive Verhandlungen, auch über eine mögliche Beteiligung, scheiterten laut QimiQ im März 2026 endgültig.
Der kumulierte Effekt aus höheren Kosten, ausgefallenen Finanzierungen und blockierten Lieferbeziehungen führte nach Unternehmensangaben zu einem dauerhaften Liquiditätsmangel, der schließlich in Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung mündete. Trotz der angespannten Kennzahlen strebt QimiQ die Fortführung des Betriebs im Rahmen des Sanierungsverfahrens an. Das Unternehmen verweist darauf, dass der Milchpreis inzwischen wieder gesunken sei, was die Kostenseite perspektivisch entlaste. Ob der Traditionsanbieter von Sahnebasis-Produkten und veganen Alternativen damit eine tragfähige Sanierungslösung erzielen kann, wird wesentlich von der Zustimmung der Gläubiger und der weiteren Marktentwicklung abhängen.

Österreich hat drei russische Diplomaten wegen des Verdachts der Spionage des Landes verwiesen und sie zu „persona non grata“ erklärt. Nach Angaben der Regierung sollen die betroffenen Mitarbeiter der russischen Vertretungen in Wien in Aktivitäten verwickelt gewesen sein, die als nachrichtendienstliche Operationen gelten. Die Außenministerin Beate Meinl-Reisinger betonte, es sei „inakzeptabel“, diplomatische Immunität für Spionage zu nutzen. Laut einer Erklärung aus Wien haben die drei Diplomaten Österreich bereits verlassen.
Nach Berichten des österreichischen Rundfunks ORF sollen die Diplomaten direkt in satellitengestützte Überwachungstätigkeiten involviert gewesen sein. Es geht demnach um mutmaßliche Spionage gegen in Wien ansässige internationale Organisationen unter Nutzung von Satellitentechnik auf dem Gelände der russischen Botschaft und des russischen Diplomatenkomplexes. Die Regierung hatte bereits im April die Aufhebung der diplomatischen Immunität der drei Betroffenen gefordert, Moskau kam dieser Forderung jedoch nicht nach. Die österreichische Außenministerin verwies in diesem Zusammenhang auf die „Vielzahl von Antennen“ auf den Dächern russischer Vertretungen in Wien, die als Sicherheitsrisiko eingestuft werden.
Wien reagiert auf den Fall auch mit einer geplanten Verschärfung des Strafrechts. Bislang ist Spionage durch ausländische Nachrichtendienste in Österreich nur strafbar, wenn sie sich direkt gegen österreichische Interessen richtet. Die Bundesregierung will nach einem Vorschlag des Justizministeriums einen zusätzlichen Tatbestand einführen, der auch die Interessen internationaler Organisationen – etwa der Vereinten Nationen und ihrer Spezialorganisationen mit Sitz in Wien – schützt. Zudem sollen bestehende Spionageparagrafen verschärft werden. Wien ist nach New York und Genf eines der wichtigsten diplomatischen Zentren weltweit und beherbergt zahlreiche internationale Einrichtungen.
Das russische Botschaftspersonal reagierte empört auf die Entscheidung. Die russische Botschaft in Wien bezeichnete die Ausweisung als „ungehörig, unbegründet, politisch motiviert und völlig inakzeptabel“ und kündigte „scharfe Gegenmaßnahmen“ an. Nach Angaben von Medien sind in Österreich rund 220 Mitarbeiter der russischen Botschaft akkreditiert; seit Beginn des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine im Jahr 2022 wurden bereits rund ein Dutzend russischer Diplomaten des Landes verwiesen. Nach Zählung der Nachrichtenagentur Reuters summierten sich die Ausweisungen seit 2020 auf 14 russische Diplomaten. Aus Moskau kam zunächst keine detaillierte Reaktion auf die jüngste Entscheidung der österreichischen Regierung.