Die italienische Regierung reagiert auf eine schwere demografische Krise mit weitreichenden Kürzungen im Bildungssektor. Ein vom Kabinett letzte Woche gebilligter Budgetentwurf sieht vor, die Zahl der Lehrkräfte ab dem Schuljahr 2027/28 um 4.925 Stellen zu reduzieren. Gleichzeitig sollen 2.049 Stellen für nicht unterrichtendes Personal gestrichen werden, um den sinkenden Schülerzahlen Rechnung zu tragen.
Zusätzlich zur Reduktion der Stellen führt die Regierung eine Obergrenze von 75 Prozent für die Wiederbesetzung frei werdender Stellen im öffentlichen Dienst ein. Ziel dieser Maßnahmen ist es, im Zeitraum 2027/28 Einsparungen in Höhe von insgesamt 336 Millionen Euro zu erzielen. Diese Schritte erfolgen vor dem Hintergrund eines massiven Rückgangs der Geburtenrate im Land.
Die neuen Kürzungen bauen auf bereits beschlossenen Maßnahmen auf, die im Budgetgesetz für 2025 festgelegt wurden. Dieses sah bereits eine Verringerung der Lehrkräfte um 5.660 Stellen ab dem Schuljahr 2025/26 sowie den Abbau von 2.174 Stellen beim nicht unterrichtenden Personal ab 2026/27 vor. Damit wird der Personalstamm über mehrere Jahre hinweg systematisch verkleinert.
Die demografische Entwicklung in Italien ist laut offiziellen Angaben besorgniserregend und eine der schwersten Europas. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen an Volksschulen und weiterführenden Schulen sank von 8,4 Millionen im Schuljahr 2017/18 auf 7,7 Millionen im Schuljahr 2024/25. Gewerkschaften, Schulleitungen und Oppositionsparteien protestieren bereits gegen die geplanten Sparmaßnahmen.



