Der Linzer Düngemittelproduzent LAT Nitrogen hat seine Anlagen auf das technische Minimum zurückgefahren. Laut Standortleiter Leonhard Werner ist dies die geringste Auslastung, die einen sicheren Betrieb der Standorte noch erlaubt. Ein vollständiger Stillstand ist derzeit nicht geplant, da die kontinuierlichen Produktionsprozesse dies nicht zulassen.

Als Hauptgründe für diesen drastischen Einschnitt nennt das Unternehmen die stark gestiegenen Gaskosten sowie einen deutlichen Rückgang der Nachfrage nach Düngemitteln. Die Fertigung läuft bereits seit den Sommermonaten im Minimalmodus. Da eine konkrete zeitliche Prognose derzeit nicht möglich ist, erfolgt eine Wiederhochfahrt der Produktion erst, sobald die Nachfrage wieder anzieht.

LAT Nitrogen, das aus der früheren Düngemittelsparte von Borealis hervorging, ist der größte einzelne Erdgasverbraucher Österreichs. Das Gas dient als essenzieller Ausgangsstoff für Ammoniak, welcher wiederum für die Herstellung von Düngemitteln benötigt wird. Normalerweise produziert das Unternehmen jährlich rund 1,5 Millionen Tonnen Düngemittel sowie 500.000 Tonnen technische Stickstoffprodukte.

Die Muttergesellschaft AGF Nitrogen aus Tschechien hatte bereits am Mittwoch berichtet, Teile der europäischen Produktion aufgrund der hohen Gaspreise und der schwachen Nachfrage gestoppt zu haben. Trotz der massiven Drosselung in Linz hat die Maßnahme laut Unternehmen keine Auswirkungen auf die rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort.