
Die europäischen Börsen haben zu Wochenbeginn erneut Turbulenzen erlebt, ausgelöst durch den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten und die damit verbundenen steigenden Energiepreise. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 schloss mit einem Minus von 0,61 Prozent bei 5.685,20 Punkten, nachdem er im frühen Handel auf den tiefsten Stand seit Ende November abgesackt war. Außerhalb der Eurozone gab der britische Leitindex FTSE 100 um 0,34 Prozent auf 10.249,52 Punkte nach, während der Schweizer SMI 0,73 Prozent auf 13.000,09 Zähler einbüßte.
Vor allem der heftige Anstieg der Energiepreise schickte die Aktienkurse auf Talfahrt. Der Preis für ein Fass Rohöl der Nordseesorte Brent schnellte zeitweise um fast 30 Prozent nach oben auf knapp 120 US-Dollar, bevor er sich wieder beruhigte und zuletzt knapp unter 100 Dollar kostete. Ähnlich ausgeprägt war der Anstieg des Preises für in Amsterdam gehandeltes Flüssiggas. Trotz dieser leichten Entspannung am Ölmarkt blieben am Aktienmarkt die Inflations- und Wachstumssorgen präsent.
Mit Blick auf die mögliche Freigabe von Teilen der nationalen Ölreserven wegen des Iran-Kriegs wurde nach französischer Darstellung noch keine Entscheidung getroffen. "Soweit sind wir noch nicht", sagte Frankreichs Finanzminister Roland Lescure auf eine entsprechende Frage in Brüssel nach einem Gespräch der Finanzminister der G7-Länder. Diese Unsicherheit trägt zusätzlich zur Nervosität der Märkte bei.
Die Auswirkungen der geopolitischen Spannungen und Energiepreisentwicklungen sind in verschiedenen Sektoren spürbar. Während der europäische Sektor der Öl- und Gasproduzenten als einziger Gewinne verzeichnete - wenn auch nur moderate 1,4 Prozent - bekamen die Rohstoffproduzenten die Konjunktursorgen stark zu spüren und büßten 1,8 Prozent ein. Nicola Grass, Portfolio-Manager der Zürcher Kantonalbank, schrieb zum aktuellen Marktgeschehen: "Die Schwierigkeiten bei der Wiederöffnung der Straße von Hormus halten an und Fortschritte bei einem möglichen Machtwechsel in Teheran bleiben aus." Der starke Preisanstieg der Energieträger droht die weltweite Konjunktur abzuwürgen, was wiederum die Nachfrage nach Öl und Gas erheblich drosseln könnte.

Österreichs Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten grundlegend verändert. Laut neuen Daten der Statistik Austria stieg die Zahl der Erwerbstätigen seit 2005 um rund 752.600 Personen beziehungsweise gut 20 Prozent auf im Schnitt 4,5 Millionen im Jahr 2025. Damit wuchs die Beschäftigung deutlich stärker als die Bevölkerung, die im selben Zeitraum nur um 11,5 Prozent zunahm. Gleichzeitig legte das gesamte Arbeitsvolumen – die Summe aller tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden – lediglich um 2,1 Prozent auf 6,89 Milliarden Stunden zu. Die Wirtschaft setzt damit zunehmend auf mehr Köpfe bei nahezu gleichbleibender Stundenzahl.
Treiber dieser Entwicklung sind vor allem drei Gruppen: Frauen, ältere Menschen und Personen ohne österreichische Staatsbürgerschaft. Die Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk verwies bei der Präsentation der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung in Wien darauf, dass deren Erwerbsbeteiligung seit 2005 besonders stark gestiegen ist. Die Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-Jährigen hat sich mehr als verdoppelt, ebenso der Anteil von Menschen ohne österreichischen Pass an allen Erwerbstätigen. Bei Frauen kletterte die Erwerbstätigenquote im Vorjahr auf 71 Prozent, ein Plus von 9,9 Prozentpunkten gegenüber 2005.
Dabei verschiebt sich der Fokus des Arbeitsmarktes weiter hin zu Dienstleistungen. Arbeitete 2005 noch gut zwei Drittel (67,2 Prozent) der Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor, waren es 2025 bereits 73,1 Prozent. Besonders kräftig wuchsen Gesundheits- und Sozialwesen, deren Beschäftigungsanteil zwischen 2010 und 2025 von 9,7 auf 11,4 Prozent stieg, sowie Bildung, freiberufliche Dienstleistungen und der Bereich IT und Kommunikation. Der Handel bleibt größter Einzelbereich, verlor aber an Gewicht: Sein Anteil sank von 15,2 Prozent im Jahr 2010 auf 13,6 Prozent 2025. Im Finanz- und Versicherungssektor verringerte sich der Beschäftigungsanteil im selben Zeitraum von 3,6 auf 3,2 Prozent, während in der Industrie zwar die Produktivität zunahm, die Zahl der Beschäftigten aber nur langsam wuchs.
Parallel dazu nimmt Teilzeitarbeit stark zu und prägt zunehmend die Struktur des Arbeitsmarktes. Österreich liegt im EU-Vergleich bei der Teilzeitquote auf Rang zwei. 2025 arbeiteten 49,8 Prozent aller erwerbstätigen Frauen in Teilzeit, nach 39,5 Prozent im Jahr 2005. Bei Männern hat sich die Teilzeitquote mehr als verdoppelt und liegt nun bei 14 Prozent. Nach Einschätzung der Statistik Austria ist der nur geringe Anstieg der gesamt geleisteten Arbeitsstunden vor allem auf die Ausweitung von Teilzeitmodellen sowie einen deutlichen Rückgang von Über- und Mehrstunden zurückzuführen. Dazu beigetragen haben unter anderem das seit 2004 bestehende Recht auf Elternteilzeit, begrenzte Kinderbetreuungsangebote, veränderte Präferenzen der Beschäftigten und der generelle Trend hin zu flexibleren Arbeitszeiten.