
Der italienische Versicherungsriese Generali hat eine Vereinbarung zum Verkauf seines irischen und nordirischen Schaden- und Unfallversicherungsgeschäfts an die Zurich Insurance Group getroffen. Der Kaufpreis beträgt 337 Millionen Euro in bar und unterliegt den üblichen Anpassungen bei Abschluss der Transaktion. Die zu verkaufenden Aktivitäten werden unter der Marke RedClick über die irische und britische (Nordirland) Niederlassung von Generali Spanien geführt. Käufer sind die Zurich Insurance Europe AG und die Zurich Insurance Company Ltd, UK Branch, beide Teil der Zurich Insurance Group. Generali Spanien behält zusätzlich 51 Millionen Euro überschüssiges Kapital, das derzeit den irischen P&C-Aktivitäten zugeordnet ist.
Für Generali steht der Verkauf im Einklang mit der strategischen Ausrichtung, sich auf Kernversicherungsmärkte zu konzentrieren, in denen das Unternehmen bereits über bedeutende Skaleneffekte und eine führende Präsenz verfügt. Die Transaktion unterstützt zudem den breiteren strategischen Plan "Lifetime Partner 27: Driving Excellence". Das Unternehmen erwartet, dass der Verkauf einen Buchgewinn für den Konzern generiert, der beim Abschluss finalisiert wird. Der Deal soll einen vernachlässigbaren Einfluss auf das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) haben, während der Solvency-II-Ratio der Gruppe um etwa einen Prozentpunkt steigen dürfte.
Für Zurich passt die Übernahme vollständig in die Retail-Strategie des Versicherers für die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA). Das Unternehmen gab an, dass die Akquisition seine Marktposition verändern und es unter die drei größten Lebens- und Nichtlebensversicherungsanbieter in Irland stellen wird. Anthony Brennan, CEO von Zurich Irland, erklärte, dass nach Abschluss der Übernahme das RedClick-Team und die Kunden zu Zurichs Nichtlebensversicherungsgeschäft in Irland wechseln werden. Die Investition stärke das Geschäft für künftiges Wachstum und unterstütze die Strategie, marktführende Kundenerfahrung, Produktfähigkeiten und Innovation zu liefern.
Die Transaktion unterliegt den üblichen regulatorischen Genehmigungen und anderen erforderlichen behördlichen Zustimmungen. Der Abschluss wird bis Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet. BofA Securities fungierte als alleiniger Finanzberater von Generali für den Deal, während Clifford Chance LLP und A&L Goodbody LLP als Rechtsberater agierten. Die irischen und nordirischen P&C-Operationen trugen mit Bruttoprämien von 167 Millionen Euro und einem Betriebsergebnis von 17 Millionen Euro zum Generali-Konzern bei. Die RedClick-Marke war 2024 in Irland eingeführt worden, nachdem Generali die Betriebe von Liberty Insurance in Irland übernommen hatte.

Österreichs Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten grundlegend verändert. Laut neuen Daten der Statistik Austria stieg die Zahl der Erwerbstätigen seit 2005 um rund 752.600 Personen beziehungsweise gut 20 Prozent auf im Schnitt 4,5 Millionen im Jahr 2025. Damit wuchs die Beschäftigung deutlich stärker als die Bevölkerung, die im selben Zeitraum nur um 11,5 Prozent zunahm. Gleichzeitig legte das gesamte Arbeitsvolumen – die Summe aller tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden – lediglich um 2,1 Prozent auf 6,89 Milliarden Stunden zu. Die Wirtschaft setzt damit zunehmend auf mehr Köpfe bei nahezu gleichbleibender Stundenzahl.
Treiber dieser Entwicklung sind vor allem drei Gruppen: Frauen, ältere Menschen und Personen ohne österreichische Staatsbürgerschaft. Die Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk verwies bei der Präsentation der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung in Wien darauf, dass deren Erwerbsbeteiligung seit 2005 besonders stark gestiegen ist. Die Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-Jährigen hat sich mehr als verdoppelt, ebenso der Anteil von Menschen ohne österreichischen Pass an allen Erwerbstätigen. Bei Frauen kletterte die Erwerbstätigenquote im Vorjahr auf 71 Prozent, ein Plus von 9,9 Prozentpunkten gegenüber 2005.
Dabei verschiebt sich der Fokus des Arbeitsmarktes weiter hin zu Dienstleistungen. Arbeitete 2005 noch gut zwei Drittel (67,2 Prozent) der Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor, waren es 2025 bereits 73,1 Prozent. Besonders kräftig wuchsen Gesundheits- und Sozialwesen, deren Beschäftigungsanteil zwischen 2010 und 2025 von 9,7 auf 11,4 Prozent stieg, sowie Bildung, freiberufliche Dienstleistungen und der Bereich IT und Kommunikation. Der Handel bleibt größter Einzelbereich, verlor aber an Gewicht: Sein Anteil sank von 15,2 Prozent im Jahr 2010 auf 13,6 Prozent 2025. Im Finanz- und Versicherungssektor verringerte sich der Beschäftigungsanteil im selben Zeitraum von 3,6 auf 3,2 Prozent, während in der Industrie zwar die Produktivität zunahm, die Zahl der Beschäftigten aber nur langsam wuchs.
Parallel dazu nimmt Teilzeitarbeit stark zu und prägt zunehmend die Struktur des Arbeitsmarktes. Österreich liegt im EU-Vergleich bei der Teilzeitquote auf Rang zwei. 2025 arbeiteten 49,8 Prozent aller erwerbstätigen Frauen in Teilzeit, nach 39,5 Prozent im Jahr 2005. Bei Männern hat sich die Teilzeitquote mehr als verdoppelt und liegt nun bei 14 Prozent. Nach Einschätzung der Statistik Austria ist der nur geringe Anstieg der gesamt geleisteten Arbeitsstunden vor allem auf die Ausweitung von Teilzeitmodellen sowie einen deutlichen Rückgang von Über- und Mehrstunden zurückzuführen. Dazu beigetragen haben unter anderem das seit 2004 bestehende Recht auf Elternteilzeit, begrenzte Kinderbetreuungsangebote, veränderte Präferenzen der Beschäftigten und der generelle Trend hin zu flexibleren Arbeitszeiten.