
Der Tod eines psychisch kranken Häftlings in der Justizanstalt Hirtenberg entwickelt sich zu einer Belastungsprobe für das Justizressort. Die grüne Justizsprecherin und frühere Ministerin Alma Zadić wirft der amtierenden Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) schwere Versäumnisse im Umgang mit dem Insassen sowie in der späteren Aufarbeitung des Falls vor. Der Mann war im Dezember 2025 nach einem außer Kontrolle geratenen Häftlingstransport verstorben; zuvor hatte er bei einer Amtshandlung in der Anstalt Verletzungen erlitten.
Aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung Sporrers geht hervor, dass bei der Verlegung des Häftlings von der Justizanstalt Stein nach Hirtenberg justizintern keine Hinweise auf dessen psychische Erkrankung übermittelt wurden. Wörtlich heißt es, Stein habe „aus Gründen der Sicherheit einen Antrag von Amts wegen auf Vollzugsortsänderung in die Justizanstalt Hirtenberg eingebracht. Darin waren keine Hinweise auf eine psychische Beeinträchtigung des Strafgefangenen enthalten“. Auf Basis dieses Antrags prüfte und bewilligte die Generaldirektion für den Strafvollzug die Verlegung.
Genau an diesem Punkt setzt die Kritik von Zadić an. Sie fragt, warum die Justizanstalt Stein psychiatrische Auffälligkeiten des Insassen verschwiegen habe, obwohl die Justizanstalt Hirtenberg über keinen stationären psychiatrischen Dienst verfügt und dies einer Verlegung dorthin entgegengestanden hätte. Aus ihrer Sicht gibt es nicht nur Unklarheiten beim Ablauf des Transports und bei der Amtshandlung in Hirtenberg, sondern auch bei der internen Informationskette und Risikobewertung.
Zusätzlichen politischen Zündstoff liefert der Umgang mit den beteiligten Bediensteten. Laut Justizministerium sind sämtliche Beamtinnen und Beamten, darunter auch ein zwischenzeitlich vorläufig suspendierter Mitarbeiter der Justizanstalt Hirtenberg, inzwischen wieder im Dienst. Sporrer verweist darauf, dass die betreffenden Beamten vorerst von Einsatz- und Kommandofunktionen abgezogen wurden. Zadić hingegen bemängelt fehlende oder unzureichende Konsequenzen und stellt die Frage nach strukturellen Lehren aus dem Todesfall, sowohl im Vollzug als auch auf Ebene des Ministeriums.

Der Krieg im Nahen Osten und der Konflikt mit Iran schlagen zunehmend auf den Tourismus in Europa durch – auch Österreich bleibt davon nicht verschont. Laut Österreichischer Hotelvereinigung (ÖHV) häufen sich Stornierungen aus wichtigen Herkunftsmärkten wie arabischen Ländern, Israel und Fernost. Besonders betroffen sind die klassischen Hochburgen des Städtetourismus und der Alpenurlauber: Wien, Salzburg und Tirol melden merkliche Rückgänge, hinzu kommt etwa Zell am See als etablierte Destination für arabische Gäste.
Die Turbulenzen treffen vor allem die gehobene Hotellerie. Vier- und Fünf-Sterne-Häuser, die stark auf kaufkräftige Kundschaft aus dem Nahen Osten und aus Asien setzen, verzeichnen laut ÖHV deutlich mehr Ausfälle als andere Segmente. Dabei ist der Anteil dieser Gäste an den gesamten Nächtigungen vergleichsweise gering: Arabische und israelische Urlauber buchten im Jahr 2025 rund 2,6 Millionen Übernachtungen, weniger als zwei Prozent der insgesamt 153,7 Millionen Nächtigungen. Ihre wirtschaftliche Bedeutung ist dennoch groß, weil sie pro Kopf deutlich mehr ausgeben als der Durchschnitt.
Besonders ins Gewicht fällt der mögliche Wegfall von Gästen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien, die zu den ausgabestärksten Urlaubern zählen. Österreichische Gäste kommen laut Tourismuswerbung im Schnitt auf 179 Euro Tagesausgaben – bei Reisenden aus den Golfstaaten liegt dieser Wert deutlich höher. Entfallen diese Märkte oder verschieben Buchungen, wirkt sich das überproportional auf den Umsatz vieler Betriebe aus. Erste Rückgänge sind laut Branche bereits sichtbar, weitere werden mit Blick auf die Sommersaison erwartet.
Der Konflikt im Nahen Osten belastet den internationalen Reiseverkehr auch indirekt. Luftraumsperren, blockierte Drehkreuze und gestiegene Kerosinkosten verteuern Flüge und verlängern Reisezeiten. Routen über große Umsteigeflughäfen wie Dubai oder Doha gelten als komplizierter und teurer, was sich auf die Nachfrage aus Fernost auswirkt. Hinzu kommen Sicherheitsbedenken in Teilen der Kundschaft, die angesichts der angespannten Lage Reisen in die Region Europa und den Nahen Osten zurückstellen oder umbuchen. Österreichs Tourismuswirtschaft sieht sich damit erneut mit geopolitischen Risiken konfrontiert – in einem Umfeld, das sich gerade erst von den Folgen der Pandemie zu erholen begonnen hatte.