Nach Jahren hoher Ausgaben: FIS setzt auf Transparenz und Restrukturierung

08.10.2026


Der Internationale Ski- und Snowboard-Verband (FIS) steht finanziell unter erheblichem Druck. Bei der Herbstsitzung des Councils in Genf legte die neue Führung um Präsident Alexander Ospelt erstmals umfassend offen, wie stark die Reserven des Weltverbands in den vergangenen Jahren abgeschmolzen sind. Demnach sank das Eigenkapital zwischen 2021 und 2025 um 47 Prozent – von 81 Millionen auf 43 Millionen Schweizer Franken. Trotz des Rückgangs betont die FIS, sie sei weiterhin schuldenfrei und zahlungsfähig. Die Zahlen zeigen jedoch ein strukturelles Millionendefizit und eine Entwicklung, die der Verband selbst als nicht nachhaltig einstuft.

Ospelt, der das Präsidentenamt im Juni vom Schweden Johan Eliasch übernommen hat, spricht von einer „kritischen Phase“, die „sofortiges und entschlossenes Handeln“ erfordere. Der FIS-Council habe alle notwendigen strukturellen und finanziellen Maßnahmen gebilligt, die nun gemeinsam mit den nationalen Skiverbänden und weiteren Partnern ausgearbeitet und umgesetzt werden sollen. Ziel sei es, die finanzielle Disziplin wiederherzustellen, die Nachhaltigkeit der Geldflüsse zu sichern und damit die langfristige Zukunft des Verbands zu garantieren.

Rückendeckung – aber auch deutlichen Druck – erhält die neue Spitze von einflussreichen nationalen Verbänden. ÖSV-Generalsekretär Jan Überall bezeichnete die aktuelle Lage als „durchaus besorgniserregend“ und führte dies auf Entscheidungen der früheren FIS-Führung zurück. Man weise seit 2024 auf die problematische Entwicklung hin, sagte der Tiroler. Vor allem der starke Rückgang des Eigenkapitals mache einen raschen Kurswechsel nötig. Positiv hob Überall hervor, dass die neue Führung Transparenz signalisiere und den Ernst der Situation erkannt habe.

Für Ospelt und den Council beginnt nun eine Phase der operativen Konsolidierung. Konkrete Maßnahmen wurden noch nicht im Detail veröffentlicht, der Rahmen ist jedoch abgesteckt: Es geht um einen strikteren Umgang mit Ausgaben, eine Anpassung der Strukturen und die engere Einbindung der nationalen Verbände in die finanzielle Steuerung. Die FIS will damit den eingeschlagenen Reformkurs nutzen, um nach Jahren rückläufiger Reserven wieder zu einem robusten Eigenkapitalpolster zurückzufinden – ohne die sportliche Kernaufgabe des Weltverbands zu gefährden.

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Kunasek lobt ÖVP-Koalition, Kickl attackiert SPÖ beim FPÖ-Frühschoppen in Hartberg

08.10.2026


Die steirische FPÖ hat ihren traditionellen Frühschoppen beim Hartberger Oktoberfest erneut für eine machtbewusste politische Inszenierung genutzt. Vor rund 3.500 Besucherinnen und Besuchern im vollen Festzelt trat zuerst die Landesführung um Landeshauptmann Mario Kunasek auf, ehe Bundesparteichef Herbert Kickl als Hauptredner die Bühne übernahm. Begleitet von österreichischen Fahnen, „Herbert“-Sprechchören und Schlagern wie Tina Turners „The Best“ präsentierten sich die Freiheitlichen als geschlossene Kraft mit bundespolitischem Anspruch.

Kunasek, der sich nach zuletzt guten Umfragewerten demonstrativ gelöst gab, lobte die Zusammenarbeit mit dem Koalitionspartner ÖVP in der Steiermark. Man streite nicht, sondern es gebe „Arbeit, Arbeit, Arbeit und es funktioniert“, sagte der Landeshauptmann und verwies darauf, dass die „heilige Ordnung“ nach der Landtagswahl 2024 nicht mehr gegolten habe. Zugleich zeichnete er ein scharfes Bild in der Migrations- und Integrationspolitik, warnte vor einer Gefahr durch den „politischen Islam“ und erklärte, für Menschen, die mit „unseren Werten“ ein Problem hätten, müsse es heißen: „Ab, gute Reise.“ Sein Ziel formulierte er klar: Man könne nicht nur den Landeshauptmann stellen, sondern „Österreich auf Vordermann bringen“.

Kickl knüpfte an diese Steilvorlage an und nutzte den Auftritt, um sowohl die eigene Anhängerschaft zu mobilisieren als auch die Konkurrenz frontal anzugreifen. Die „wirkliche Volkspartei“ sei im Zelt versammelt, erklärte er und spielte sich gleichzeitig als von Gegnern unterschätzter, aber entschlossener Politiker in Szene. Er verwies darauf, dass er vielfach als „gefährlichster Politiker“ bezeichnet werde, stellte jedoch klar, gefährlich sei er aus seiner Sicht nicht für „meine Landsleute“, sondern für jene, „die unseren Wohlstand verludern und unsere Heimat stehlen“. Inhaltlich bekräftigte er dabei einmal mehr den Begriff „Remigration“ als eine seiner Visionen für ein künftiges Österreich.

Breiten Raum nahm in Kickls Rede die aktuelle Krise der SPÖ ein, die er als Chance für seine Partei deutete. Die Sozialdemokratie bezeichnete er polemisch als „Selbsthilfegruppe namens Soziademokratie“ und kommentierte die Diskussion um die Nachfolge von Bundesparteichef Andreas Babler mit der Ansage „game over, das Spiel ist vorbei“. Innerhalb der SPÖ würden „Kommunisten mit Kapitalisten streiten, wer die besseren Sozialisten sind“, sagte Kickl mit Blick auf innerparteiliche Flügelkonflikte und Ambitionen potenzieller Kandidaten. Für die kommende Nationalratswahl, die er als „Schicksalswahl“ charakterisierte, gab er sich siegessicher: Wenn sich die Freiheitlichen nicht „auseinanderdividieren lassen“, werde am Ende ein „Volkskanzler“ stehen. Neuwahlen könnten seiner Einschätzung nach „jederzeit daherkommen“, die steirische FPÖ um Kunasek präsentierte er als Vorbild für die Partei in anderen Bundesländern.