Ottakringer Tankstelle nach FPÖ-Tankrabatt im Visier der Behörden

26.03.2026


Eine von der Wiener FPÖ organisierte Billig-Tankaktion in Wien-Ottakring hat ein juristisches Nachspiel. Das Marktamt hat die beteiligte Tankstelle angezeigt, weil der Betreiber nach Ende der zweistündigen Rabattaktion die Preise wieder angehoben haben soll. Im Raum steht ein möglicher Verstoß gegen die österreichische Spritpreisverordnung, die Preiserhöhungen an Zapfsäulen nur zu genau definierten Zeitpunkten erlaubt.

Ausgangspunkt war eine Aktion am Sonntagnachmittag, bei der Wiener und Bundes-FPÖ die Differenz zwischen dem regulären und einem deutlich reduzierten Spritpreis übernahmen. Für Kundinnen und Kunden bedeutete das Benzin um 1,32 Euro und Diesel um 1,52 Euro pro Liter – rund 40 bis 44 Cent günstiger als üblich. Knapp hundert Autofahrer sollen das Angebot in dem zweistündigen Zeitfenster genutzt haben; die Preistafeln der Tankstelle wurden für die Dauer der Aktion entsprechend nach unten angepasst.

Brisant wurde der Vorgang nach Ende der Rabattphase. Laut vorliegenden Informationen wurden die Preise im Anschluss an die Aktion unmittelbar wieder erhöht. Genau hier setzt die Anzeige des Marktamts an: Die Spritpreisverordnung erlaubt Preiserhöhungen nur an drei Tagen der Woche – Montag, Mittwoch und Freitag – jeweils zu Mittag. Preissenkungen sind jederzeit möglich, doch eine anschließende Anhebung außerhalb dieser Zeitfenster könnte als unzulässige Preiserhöhung gewertet werden.

Die FPÖ reagiert mit scharfer Kritik auf das Einschreiten der Behörden. Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp spricht von einem „handfesten Skandal“ und sieht „offensichtlich politischen Druck“ auf den Tankstellenpächter. Die Aktion war von der Partei nicht nur als kurzfristige Entlastung angesichts hoher Spritpreise inszeniert worden, sondern auch als politisches Signal. Die FPÖ will im Parlament ein Modell zur dauerhaften Senkung der Spritpreise einbringen, das unter anderem das Streichen der CO₂-Abgabe und eine Halbierung der Mineralölsteuer vorsieht; die damit verbundenen Kosten beziffert sie mit 3,4 Milliarden Euro pro Jahr.

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Kontron nach Zahlen unter Druck: Umsatzrückgang trotz besserer Margen

26.03.2026


Die Aktien des österreichischen Technologiekonzerns Kontron sind am Donnerstag deutlich unter Druck geraten, nachdem der SDax-Wert mit seinen Zahlen und dem Ausblick die Erwartungen der Analysten verfehlt hat. Auf der Handelsplattform Tradegate notierte das Papier am Vormittag mit einem Minus von 13,87 Prozent bei 18,14 Euro. Auslöser der Verkaufswelle ist vor allem die konservative Gewinnprognose für 2026, die deutlich unter den bisherigen Markterwartungen liegt.

Operativ zeigte Kontron für 2025 ein gemischtes Bild. Der Umsatz sank unter anderem wegen des weitgehenden Verkaufs eines Segments und der Fokussierung auf margenstärkere Geschäfte um fast fünf Prozent auf etwas mehr als 1,6 Milliarden Euro. Gleichzeitig verbesserte sich der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 15 Prozent auf 220,5 Millionen Euro. Analysten hatten jedoch sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis mit stärkeren Werten gerechnet.

Beim Blick nach vorn sorgte vor allem die Zielsetzung für 2026 für Ernüchterung. Kontron stellt für dieses Jahr ein bereinigtes Ebitda von 225 Millionen Euro sowie einen Umsatz von 1,75 bis 1,8 Milliarden Euro in Aussicht. Die von Bloomberg befragten Experten waren im Schnitt von höheren Kennziffern ausgegangen. Das Bild gleiche dem der vergangenen neun Monate, kommentierte Jefferies-Analyst Martin Comtesse: Die Umsatzprognosen würden verfehlt, während sich die Profitabilität klar verbessere. Positiv wertete er, dass sich das operative Ergebnis bis 2030 nahezu verdoppeln soll.

Auch Veysel Taze vom Bankhaus Metzler sprach von einem durchwachsenen Zahlenwerk mit schwachen Erlösen und starken Ergebniszahlen. Der vorläufige Ausblick auf 2026 bleibe besonders beim Ebitda hinter den Erwartungen zurück. Angesichts des bereits seit Jahresbeginn anhaltenden Kursdrucks stuft er die aktuelle Bewertung dennoch als attraktiv ein. Unterstützung für den gebeutelten Kurs könnte das angekündigte Aktienrückkaufprogramm liefern. Rückenwind erhält Kontron zudem von einem deutlich gestiegenen Auftragsbestand, der Investoren Hinweise auf zukünftiges Wachstum geben dürfte – auch wenn der Markt diese Perspektive kurzfristig klar ausblendet.