Die Wettbewerbssituation auf den österreichischen Schienenwegen verschärft sich durch neue Ambitionen privater Anbieter. Die Westbahn bekundet konkretes Interesse an einem Halt in der Nähe des Flughafens Graz, um die Anbindung an den Fernverkehr auf der Südstrecke zu verbessern. Geschäftsführer Thomas Posch bezeichnet dies als potenziellen Gewinn für Fahrgäste und den Standort, nachdem die ÖBB ab Mitte Dezember zwei Interregio-Tagesrandverbindungen an der Haltestelle Flughafen-Feldkirchen beibehalten.

Ein früherer Antrag der Westbahn bei der ÖBB-Infrastruktur im Vorjahr wurde jedoch abgelehnt. Als Grund gaben die Infrastrukturbetreiber fehlende Streckenkapazitäten zwischen Graz und der Anbindung an die Koralmbahn in Werndorf an. Trotz dieser Hürde betont die Westbahn, die Bemühungen um eine direkte Anbindung des Flughafens fortzusetzen, da sie bereits seit März auf der Süd- bzw. Koralmbahn operiert.

Parallel dazu expandiert das junge Wiener Unternehmen Silverstar Railways unter der Leitung von Patrick Kröll. Das Unternehmen besitzt seit dem 1. Oktober die Berechtigung für den Personenverkehr in ganz Österreich und führte bereits einen Charterzug von Wien nach Spielfeld durch. Im Dezember ist eine weitere Fahrt nach Bad Ischl geplant, während die strategische Ausrichtung auf eine dauerhafte touristische Erschließung zielt.

Ab Mai 2027 wird Silverstar Railways eine fixe Direktverbindung zwischen Wien und dem Salzkammergut etablieren, die zweimal wöchentlich, jeweils dienstags und donnerstags, verkehrt. Die Route führt zunächst bis Obertraun und ab Juli über die Steiermark bis Bad Ischl, wobei bis Jahresende entschieden wird, welcher Weg sich bewährt hat. Laut Kröll sind die notwendigen Slots bereits verfügbar, was bei Bedarf kurzfristige weitere Betriebstage ermöglicht.