Oberösterreich hat sich als Spitzenreiter bei der Zulassung von Elektrofahrzeugen positioniert. Im September verzeichnete das Land ob der Enns eine Rekordzahl an Neuzulassungen für Stromer. Laut Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner stieg der Anteil der neuzugelassenen Elektroautos von 32,8 Prozent im Juni über 37,7 Prozent im August auf 42,2 Prozent im September. Achleitner betont damit die enorme Dynamik der Elektromobilität in der Region.
Trotz dieses Wachstums bleibt der Gesamtanteil der Elektrofahrzeuge im Vergleich zum gesamten Fuhrpark moderat. Bis zum 30. September gab es laut dem Bundesverband für Elektromobilität in OÖ insgesamt 65.465 rein elektrisch betriebene Autos. Angesichts von gut einer Million Pkw auf den Straßen ist die Präsenz von Verbrennern weiterhin dominant. Kenan Suljanovic vom Meisterbetrieb Felgenprofi Linz schätzt, dass derzeit noch rund 80 Prozent der Kunden mit Verbrennern und 20 Prozent mit Elektroautos zu ihm kommen.
Der Trend zur Elektromobilität schafft neue Geschäftsmöglichkeiten für den Reifenhandel, insbesondere durch spezialisierte Produkte. Suljanovic erklärt, dass es für E-Pkw eigens optimierte und freigegebene Reifen gibt. Obwohl diese nicht gesetzlich verpflichtend sind, verbessern sie die Reichweite der Fahrzeuge und sorgen für ein niedrigeres Abrollgeräusch. Dies führt zu einer Verschiebung der Nachfrage hin zu technologisch fortschrittlicheren Reifenoptionen.
Zudem sorgt die höhere Verschleißrate von Elektroautos für zusätzliche Umsätze im Handel. Während Reifen bei Verbrennern in der Regel drei bis fünf Saisonen halten, ist die Lebensdauer bei Stromern oft auf zwei bis drei Sommer- oder Winterperioden begrenzt. Suljanovic weist darauf hin, dass dieser Effekt zwar auch vom Fahrstil abhängt, Elektroautos jedoch generell häufiger neue Reifen benötigen.



