
In der Steiermark sehen Landwirtschaftsvertreter die Versorgung mit Eiern rund um das Osterfest trotz spürbarer Knappheit als gesichert an. Engpässe könne es zwar bei einzelnen Haltungsformen im Regal geben, doch Hamsterkäufe seien nicht notwendig, betonte die Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer (LK) Steiermark, Maria Pein. Gemeinsam mit dem Obmann der Geflügelwirtschaft Steiermark, Hans Peter Schlegl, warb sie dafür, die aktuellen Engpässe als Signal zu verstehen, die heimische Produktion gezielt auszubauen.
Die Region gilt als „Eierland Nummer eins“ in Österreich: Rund 2,5 Millionen Legehennen werden in der Steiermark gehalten. Gleichzeitig trifft der anhaltende Trend zu proteinreicher Ernährung auf eine Branche, die in wirtschaftlich schwierigen Jahren kaum neue Ställe errichtet hat, während immer wieder Betriebe ausstiegen. Laut Branchenangaben ist der Pro-Kopf-Verbrauch von Eiern in Österreich in den vergangenen fünf Jahren um 14 Stück gestiegen. Zusätzlichen Druck brachte die Vogelgrippe im Norden Europas, bei der rund zwölf Millionen Legehennen gekeult werden mussten und damit ein Teil des europäischen Angebots wegfiel.
Pein und Schlegl machen vor allem langwierige und aufwendige Genehmigungsverfahren für Stallbauten und Auslaufbereiche für die schleppende Kapazitätserweiterung verantwortlich. Baugenehmigungen dauerten häufig zwischen eineinhalb und drei Jahren, ergänzt durch kostenintensive Gutachten. Die LK-Vizepräsidentin fordert daher, an den „Stellschrauben“ der Bau- und Raumordnung zu drehen. Im Mittelpunkt steht dabei die Bewertung von Geruchsemissionen: Während sich die Technik der Tierhaltung weiterentwickelt habe und moderne Anlagen deutlich weniger Emissionen verursachten, arbeiteten die Berechnungsgrundlagen vielerorts noch mit älteren Daten, was sich insbesondere bei mehreren Betrieben in einer Gemeinde summiere.
Die Branche drängt neben effizienteren Bauverfahren auch auf wirtschaftlich stabilere Rahmenbedingungen. Dafür seien aus Sicht der Interessenvertreter faire Produzentenpreise ebenso notwendig wie verlässliche Vermarktungspartner. Zusätzlich fordern sie eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Eier entlang der gesamten Wertschöpfungskette – auch bei verarbeiteten Produkten wie Nudeln oder Fertiggerichten mit Ei-Anteil. Investitionen in neue Stallungen seien nur bei langfristig planbaren Einkommen darstellbar, sagte Schlegl. Die Geflügelwirtschaft setze daher auf einen schrittweisen Ausbau der Produktion, der die steigende Nachfrage decken und die Rolle der Steiermark als führendes Eier-Bundesland absichern soll.

Der Krieg im Nahen Osten und der Konflikt mit Iran schlagen zunehmend auf den Tourismus in Europa durch – auch Österreich bleibt davon nicht verschont. Laut Österreichischer Hotelvereinigung (ÖHV) häufen sich Stornierungen aus wichtigen Herkunftsmärkten wie arabischen Ländern, Israel und Fernost. Besonders betroffen sind die klassischen Hochburgen des Städtetourismus und der Alpenurlauber: Wien, Salzburg und Tirol melden merkliche Rückgänge, hinzu kommt etwa Zell am See als etablierte Destination für arabische Gäste.
Die Turbulenzen treffen vor allem die gehobene Hotellerie. Vier- und Fünf-Sterne-Häuser, die stark auf kaufkräftige Kundschaft aus dem Nahen Osten und aus Asien setzen, verzeichnen laut ÖHV deutlich mehr Ausfälle als andere Segmente. Dabei ist der Anteil dieser Gäste an den gesamten Nächtigungen vergleichsweise gering: Arabische und israelische Urlauber buchten im Jahr 2025 rund 2,6 Millionen Übernachtungen, weniger als zwei Prozent der insgesamt 153,7 Millionen Nächtigungen. Ihre wirtschaftliche Bedeutung ist dennoch groß, weil sie pro Kopf deutlich mehr ausgeben als der Durchschnitt.
Besonders ins Gewicht fällt der mögliche Wegfall von Gästen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien, die zu den ausgabestärksten Urlaubern zählen. Österreichische Gäste kommen laut Tourismuswerbung im Schnitt auf 179 Euro Tagesausgaben – bei Reisenden aus den Golfstaaten liegt dieser Wert deutlich höher. Entfallen diese Märkte oder verschieben Buchungen, wirkt sich das überproportional auf den Umsatz vieler Betriebe aus. Erste Rückgänge sind laut Branche bereits sichtbar, weitere werden mit Blick auf die Sommersaison erwartet.
Der Konflikt im Nahen Osten belastet den internationalen Reiseverkehr auch indirekt. Luftraumsperren, blockierte Drehkreuze und gestiegene Kerosinkosten verteuern Flüge und verlängern Reisezeiten. Routen über große Umsteigeflughäfen wie Dubai oder Doha gelten als komplizierter und teurer, was sich auf die Nachfrage aus Fernost auswirkt. Hinzu kommen Sicherheitsbedenken in Teilen der Kundschaft, die angesichts der angespannten Lage Reisen in die Region Europa und den Nahen Osten zurückstellen oder umbuchen. Österreichs Tourismuswirtschaft sieht sich damit erneut mit geopolitischen Risiken konfrontiert – in einem Umfeld, das sich gerade erst von den Folgen der Pandemie zu erholen begonnen hatte.