Der chinesische Automobilkonzern BYD hat im Oktober eine bemerkenswerte Absatzmarke erreicht. Laut CnEVPost verkaufte das Unternehmen 305.743 rein batterieelektrische Pkw, was einem Zuwachs von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht und erstmals die Marke von 300.000 Einheiten pro Monat übersteigt. Zum Vergleich: In den USA wurden im gesamten dritten Quartal, dem besten des Jahres, laut Kelley Blue Book rund 262.500 E-Autos verkauft. Einschließlich Plug-in-Hybriden erreichte BYD im Oktober insgesamt 490.168 Fahrzeuge, was einer Steigerung von 11 Prozent entspricht.
Trotz dieser Rekorde steht der Konzern auf dem heimischen Markt vor Herausforderungen. Im Oktober verkaufte BYD in China knapp 320.000 Fahrzeuge, was einem Minus von rund 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht; seit Jahresbeginn liegt der Absatz im Heimatmarkt sogar 28 Prozent unter dem Vorjahreswert. Gründe hierfür sind ein intensiver Preiskrieg mit Billigmarken sowie das Auslaufen staatlicher Kaufanreize. Um diesen Rückgang auszugleichen, setzt BYD massiv auf den Export, der im Oktober mit 170.194 Fahrzeugen mehr als doppelt so hoch war wie im Vorjahr.
Die globale Expansionsstrategie zielt insbesondere auf Europa ab, um Überkapazitäten in China abzubauen. In Szeged, Ungarn, errichtet BYD sein erstes europäisches Werk, das Ende des Jahres in die Serienfertigung gehen soll, um die seit 2024 geltenden EU-Zusatzzölle auf Importe aus China zu umgehen. Im ersten Halbjahr erreichte BYD in Europa mit 174.144 Zulassungen einen Marktanteil von 2,4 Prozent und zog damit mit Tesla gleich. Parallel dazu baut der Konzern in Deutschland ein eigenes Ladenetz mit Flash-Chargern auf.
Die Diskrepanz zum US-Markt resultiert aus einer Kombination von Marktdynamiken und Handelsschranken. Während China über die Hälfte der weltweiten E-Auto-Verkäufe kontrolliert, liegt der Marktanteil in den USA bei unter 10 Prozent, verschärft durch den Wegfall der Steuergutschrift von 7.500 Dollar. Da chinesische Autos in den USA durch Zölle von 100 Prozent faktisch ausgeschlossen sind, verkauft BYD dort kein einziges Fahrzeug. Mit einem Ziel von rund 2 Millionen Auslandsverkäufen für das Gesamtjahr und 2,5 Millionen bis 2027 bleibt der weitere Erfolg jedoch stark von politischen Entscheidungen in Brüssel abhängig.



