Österreich positioniert sich zunehmend als attraktiver Knotenpunkt für internationale Startups und Scale-ups, insbesondere aus den Bereichen IT, Telekommunikation und Software. René Tritscher, Geschäftsführer der Austrian Business Agency (ABA), betont, dass das Land aufgrund seiner kaufkräftigen Marktstruktur, der Stabilität und der hohen Lebensqualität ein idealer Ausgangspunkt für das Wachstum im DACH-Raum und in Europa sei. Die ABA unterstützt ausländische Unternehmen dabei, bürokratische Hürden zu überwinden und den Markteintritt effizient zu gestalten.

Die Zahlen belegen den Trend: Zwischen 2020 und 2025 begleitete die ABA die Ansiedlung von insgesamt 223 Startups und Scale-ups, die rund 300 Millionen Euro investierten und knapp 1.400 Beschäftigte zählen. Allein im vergangenen Jahr waren es 42 Unternehmen. Während Deutschland eine starke Präsenz behält, zeigt sich eine steigende Tendenz bei Gründern aus den USA, wo bereits 26 Unternehmen ansässig sind; zudem kommen Neuzugänge aus der Schweiz und den Niederlanden.

Ein zentrales Argument für den Standort ist die Funktion Österreichs als idealer Testmarkt. Tritscher erklärt, dass Unternehmen hier Produkte und Dienstleistungen mit geringeren Einstiegskosten erproben können, bevor sie expandieren. Unterstützt wird dies durch den raschen Zugang zu Universitäten, Fachhochschulen und HTLs, die praxisorientierte und hochqualifizierte Fachkräfte liefern, was insbesondere für technologieorientierte Firmen in den Bereichen KI und Quantentechnologie entscheidend ist.

Neben den wirtschaftlichen Faktoren spielt die Infrastruktur eine wesentliche Rolle bei der Gewinnung internationaler Talente. Die Kombination aus Sicherheit, öffentlichem Verkehr und kulturellem Angebot in Städten wie Wien macht den Standort besonders für Fachkräfte aus Regionen wie Südamerika attraktiv. Um die Gründungsprozesse zu beschleunigen, setzt die ABA zudem auf Instrumente wie die FlexCo, um dem Vorurteil einer zu langsamen Unternehmensgründung entgegenzuwirken.