
Die Wiener Börse hat am Mittwoch eine leichte Erholung nach den deutlichen Verlusten der Vortage verzeichnet. Der ATX schloss 1,51 Prozent höher auf 5.515,85 Punkte, nachdem der heimische Leitindex zu Wochenbeginn in der Spitze über sechs Prozent abgesackt war. Auch der ATX Prime legte um 1,46 Prozent auf 2.741,14 Zähler zu, während andere europäische Börsenbarometer Gewinne im ähnlichen Ausmaß verzeichneten.
Für die Entspannung an den Märkten sorgte vor allem der Rückgang der Öl- und Gaspreise von ihren jüngsten Kursspitzen. Die Energiepreise kamen am Mittwoch merklich von den Höchstwerten des Vortages zurück, bleiben im Vergleich zur Vorwoche jedoch noch deutlich erhöht. Dieser Rückgang dämpfte die Sorgen vor den wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts im Iran.
Zwei Faktoren trugen zur Beruhigung der Energiemärkte bei: Zum einen sorgten vage Hoffnungen auf mögliche Verhandlungen zur Beendigung des Konflikts für Entspannung. Die Zeitung "New York Times" hatte berichtet, dass iranische Geheimdienstmitarbeiter indirekt an den US-Geheimdienst CIA ein Angebot zur Verhandlung von Bedingungen für ein Kriegsende unterbreitet hätten, was das iranische Geheimdienstministerium jedoch dementierte. Zum anderen hatte eine Ankündigung von US-Präsident Donald Trump den Anstieg der Ölpreise gebremst, wonach die US-Marine Tanker bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormuz eskortieren könnte und Trump Risikoversicherungen und Garantien für den gesamten Seehandel in der Region in Aussicht stellte.
Unter den Einzeltiteln zählten einige Werte, die an den vergangenen Tagen deutlich Federn lassen mussten, zu den größeren Gewinnern. So zogen FACC um 10,9 Prozent an, AT&S konnte sich um 7,4 Prozent erholen und Do&Co gewann 3,7 Prozent. Die schwer gewichteten Banken Erste Group und BAWAG erholten sich um 2,8 respektive 1,1 Prozent. Der Baukonzern Porr legte nach Zahlen um 2,4 Prozent zu, wobei Analyst Michael Marschallinger von der Erste Group von einer soliden Ertragsdynamik und robusten Auftragslage sprach, die auf Aufwärtspotenzial deute.
Wien treibt die Klimaanpassung an stark frequentierten Verkehrsknotenpunkten voran und stellt weitere Bahnhofsvorplätze von Asphalt auf Grün um. Im Rahmen der stadtweiten Offensive „Raus aus dem Asphalt“ werden graue, versiegelte Flächen vor Bahnhöfen systematisch entsiegelt, begrünt und als Aufenthaltsräume neu gestaltet. Die Stadt kooperiert dabei eng mit den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), um die zentralen Ankunftsorte im Stadtgefüge funktionaler und zugleich klimafitter zu machen.
Zu den bereits umgestalteten Vorzeigeflächen zählt der Praterstern, einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Hauptstadt. Dort wurden laut Stadtangaben 56 neue Bäume gepflanzt, insgesamt spenden nun 101 Bäume Schatten. Die Grünflächen wurden auf 8.000 Quadratmeter verdoppelt, hinzugekommen ist das nach Angaben der Stadt größte Wasserspiel Wiens. Neben der Kühlung standen auch Sicherheit und Komfort im Fokus: Beleuchtung und Unterführung wurden heller gestaltet, Radfahrern stehen 340 Abstellplätze zur Verfügung.
Parallel dazu arbeitet Wien an einer ganzen Reihe weiterer Flächen. Am Julius-Tandler-Platz beim Franz-Josefs-Bahnhof und am Maria-Restituta-Platz bei der Schnellbahnstation Handelskai wurde beziehungsweise wird der Grünanteil deutlich erhöht. Vor dem Hauptbahnhof sollen die Umbauarbeiten noch heuer starten. Für den Bahnhof Floridsdorf ist der Beteiligungsprozess mit der Bevölkerung abgeschlossen, die Planungsphase für den Franz-Jonas-Platz beginnt. In der Donaustadt entsteht bei der U2-Station Aspern Nord ein neuer Öffi-Knoten: Der Nelson-Mandela-Platz soll ab Sommer als begrüntes Eingangstor zur Seestadt Aspern fungieren, inklusive großzügiger Grünflächen und 75 neu gepflanzter Bäume sowie einem Brunnen.
Die Stadt verweist auf die Dimension der „Raus aus dem Asphalt“-Initiative: In den vergangenen Jahren wurden demnach mehr als 340 Projekte in ganz Wien umgesetzt, im Straßenraum und auf Plätzen rund 3.300 Bäume gepflanzt und zigtausende Quadratmeter versiegelter Flächen zurückgebaut. Besonders an Bahnhofsvorplätzen – vom Praterstern bis zum Umfeld des Franz-Josefs-Bahnhofs – seien so spürbare Verbesserungen durch Begrünung, Kühlung und gestiegene Aufenthaltsqualität erreicht worden. Die Plätze, die bisher primär als Transit- und Autoverkehrsflächen galten, sollen sich Schritt für Schritt zu attraktiven, sicheren Orten entwickeln, an denen Reisende und Anrainer länger verweilen.