
Für die meisten Menschen in Österreich ist das Smartphone zum allgegenwärtigen Begleiter geworden – und zunehmend zur Frustquelle. Einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Anbieters für digitale Barrierefreiheit Accessiway zufolge berichten 80 Prozent der Befragten von digitalen Hürden bei der Nutzung von Websites und Apps am Handy. Damit klagt eine klare Mehrheit über Probleme im mobilen Alltag, obwohl der Markt weitgehend durchdrungen ist: 89 Prozent der über 15-Jährigen besitzen bereits ein Smartphone.
Besonders häufig genannt werden störende Design- und Bedienfehler: Zu viele und schwer schließbare Pop-up-Fenster, umständliche Eingabeprozesse, unübersichtliche Menüführungen, zu kleine Bedienflächen sowie Inhalte, die sich nicht sauber an die Displaygröße des Smartphones anpassen. Rund 28,4 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer stoßen auf eine verwirrende Navigation, 19,2 Prozent auf zu kleine Schaltflächen, 17,3 Prozent auf mangelnde Optimierung für den Smartphone-Bildschirm. All das erschwert aus Sicht der Befragten den Zugang zu digitalen Angeboten und macht Routineaufgaben mühsam.
Die Analyse, durchgeführt von Marketagent unter 1.000 Österreicherinnen und Österreichern, zeigt zudem deutliche Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen. Menschen mit Matura scheitern demnach häufiger an digitalen Hürden als jene ohne höheren Schulabschluss. Überdurchschnittlich betroffen sind laut der Auswertung auch Männer sowie Nutzerinnen und Nutzer in Wien. Die sogenannten Babyboomer, geboren zwischen Mitte der 1950er- und Ende der 1960er-Jahre, bringen zwar vergleichsweise viel Geduld für lange Ladezeiten mit, ärgern sich aber besonders über zu kleine Schriftgrößen.
Aus Sicht von Accessiway sind die Ergebnisse ein Signal an Unternehmen und Betreiber digitaler Angebote. „Die Zukunft des Internets ist mobil“, sagte Paul Anton Mayer. Dass Websites und Apps in Österreich dennoch in ihren Mobilversionen „voller digitaler Barrieren“ seien, führe dazu, dass Menschen von digitaler Teilhabe ausgeschlossen würden und Firmen auf potenzielle Kundschaft verzichteten. Die Umfrage legt nahe, dass nicht fehlende Geräte, sondern mangelhafte mobile Nutzbarkeit zu einem zentralen Risiko für Reichweite und Umsatz im heimischen Digitalgeschäft geworden ist.

Ein vor einem halben Jahr gestartetes Wiener Präventionsprogramm für straffällige Kinder zeigt nach Darstellung der Stadt erste messbare Erfolge. Das Projekt mit dem Titel „Orientierungshilfe“ richtet sich an Minderjährige, die als sogenannte Intensivtäter gelten und regelmäßig Delikte begehen. Jugendstadträtin Bettina Emmerling (NEOS) sprach bei einer ersten Bilanz von einem Rückgang der strafbaren Handlungen unter den derzeit betreuten Kindern.
Aktuell werden 14 Buben im Alter von zehn bis 14 Jahren begleitet. Ihnen stehen professionell ausgebildete Bezugspersonen als „Buddies“ zur Seite. Ziel ist es, ein weiteres Abrutschen der strafunmündigen Jugendlichen in die Kriminalität zu verhindern. Umgesetzt wird die „Orientierungshilfe“ vom Verein „Rettet das Kind“, der sich in einer städtischen Ausschreibung durchgesetzt hat.
Nach Angaben der Stadt sind in den ersten Monaten „deutliche Fortschritte“ verzeichnet worden. Vier der Kinder haben demnach seit Beginn der Betreuung überhaupt keine Delikte mehr gesetzt, wie Ingrid Pöschmann, Sprecherin der Magistratsabteilung 11 (Kinder- und Jugendhilfe), erläuterte. Zudem besuchen die meisten der betreuten Burschen wieder regelmäßig die Schule, was von der Stadt als weiteres Stabilisierungssignal gewertet wird.
Die Zuteilung der Kinder erfolgt über eine Steuerungsgruppe, in der unter anderem auch die Exekutive vertreten ist. Die enge Kooperation mit der Polizei sei „essenziell“, betonte Pöschmann. Das Gremium soll für jedes Kind ein maßgeschneidertes Betreuungsangebot entwickeln; die „Orientierungshilfe“ ergänzt dabei bestehende Instrumente der Kinder- und Jugendhilfe. Viele der teilnehmenden Kinder kommen laut Stadt aus stark zerrütteten Familienverhältnissen, teils aus einem von Kriminalität oder Drogenkonsum geprägten Umfeld.