Die britische Notenbank hat erstmals seit drei Jahren die Leitzinsen angehoben, um dem Inflationsschub auf den britischen Inseln entgegenzuwirken. Die zentrale Kennzahl wurde auf nunmehr 4,0 Prozent angehoben. Finanzmarktanalysten gehen davon aus, dass dies nicht die letzte Zinssteigerung in diesem Zyklus sein wird.
Auslöser für die Entscheidung ist eine Teuerung, die zuletzt auf 3,5 Prozent stieg und primär durch hohe Energiepreise getrieben wurde. Die Notenbank verfolgt hingegen eine Zielmarke von lediglich 2,0 Prozent für die Inflation. Aufgrund der starken Abhängigkeit von Erdgasimporten ist Großbritannien vom Energiepreisschock, der durch den Iran-Krieg ausgelöst wurde, besonders betroffen.
BoE-Chef Andrew Bailey warnte zuvor, dass ein langanhaltender Konflikt im Nahen Osten eine straffere Geldpolitik notwendig machen könnte. Dieser Trend zeigt sich weltweit: So hob die US-Notenbank im September die Zinsen erstmals im laufenden Jahr an, während die Europäische Zentralbank 2026 bereits zwei Schritte vollzog. Experten rechnen bei beiden Institutionen mit möglichen weiteren Erhöhungen im Dezember.
Trotz der geldpolitischen Straffung sanken die Ölpreise zuletzt am vierten Tag in Folge. Die Sorte Brent notierte bei 94,19 Dollar und WTI bei 87,30 Dollar pro Barrel, nachdem Brent am Mittwoch zeitweise rund zehn Prozent nachgegeben hatte. June Goh von Sparta Commodities warnt jedoch vor künftiger Volatilität, da diplomatische Lösungen im Iran-Krieg unsicher bleiben und strategische Reserven geschrumpft sind.



