Neues Membrandesign verbessert die Kohlenstoffabscheidung

14.10.2026

TIANJIN, China, 14. Oktober 2026 /PRNewswire/ -- Ein Forschungsteam der Universität Tianjin hat eine neue Art von rein organischer Mischmatrixmembran entwickelt, die durch die Kombination von hoher Trennleistung mit Langzeitstabilität und großtechnischer Verarbeitbarkeit einen effizienteren und skalierbareren Ansatz zur Kohlenstoffabscheidung bieten könnte.

Die Studie wurde am 10. Oktober online in Nature Energy veröffentlicht. 7 unter dem Titel „Vollständig organische Mischmatrixmembranen mit einkristallinen kovalenten organischen Gerüsten zur Kohlenstoffabscheidung".

Die Membrantrenntechnik hat aufgrund ihrer potenziellen Vorteile hinsichtlich Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit zunehmend an Bedeutung für die Kohlenstoffabscheidung gewonnen. Die Abtrennung von CO2 aus industriellen Rauchgasen stellt jedoch nach wie vor eine Herausforderung dar und erfordert Membranen, die CO2 schnell transportieren können, gleichzeitig aber andere Gase effektiv abtrennen und eine stabile Leistung über die Zeit gewährleisten.

Bei Mischmatrixmembranen werden die Verarbeitbarkeit von Polymeren mit den effizienten molekularen Transporteigenschaften poröser Füllstoffe kombiniert, ihre Entwicklung wurde jedoch lange Zeit durch Kompatibilitätsprobleme zwischen den beiden Komponenten eingeschränkt. Poröse Partikel können sich in Polymeren aggregieren oder absetzen, während zu starke Wechselwirkungen zwischen Füllstoff und Polymer die Polymerbewegung einschränken oder Transportwege blockieren können.

Um das Problem anzugehen, schlug das Team der Universität Tianjin unter der Leitung der Professoren Jiang Zhongyi und He Guangwei eine Strategie der „Einbettung mit schwacher Interaktion" vor. Anstatt einfach nur die Wechselwirkungen zwischen Füllstoff und Polymer zu verstärken, haben die Forscher die Wechselwirkungen zwischen Füllstoff und Polymer mit denen zwischen den Füllstoffpartikeln in Einklang gebracht.

Durch die Verwendung von einkristallinen kovalenten organischen Gerüsten (COFs) als poröse Füllstoffe erreichte das Team eine gleichmäßige Einlagerung bei hoher Beladung innerhalb einer Polymermatrix. Die so entstandene Membran behielt die Flexibilität und die Verarbeitbarkeit aus Lösung des Polymers bei, während die geordneten Poren der COF-Kristalle effiziente Wege für den CO2 -Transport boten.

Tests mit simuliertem Rauchgas zeigten einen Anstieg der CO2-Permeabilität um eine Größenordnung und stellten damit einen neuen Rekord auf. Es zeigte auch eine hohe Langzeitstabilität, wobei die Leistung während des Langzeitbetriebs und unter Bedingungen, die Wasserdampf, Schwefeloxide und Stickoxide enthielten, konstant blieb.

Eine vorläufige techno-ökonomische Analyse schätzte die Kosten der Kohlenstoffabscheidung auf etwa 38 US-Dollar pro Tonne CO2 unter den in der Studie verwendeten Annahmen.

Die Forscher sagten, diese Arbeit könne eine neue Richtung für molekulare Trennungen mittels Mischmatrixmembranen eröffnen und zukünftige Anwendungen bei der Kohlenstoffabscheidung aus der Stromerzeugung, der Zement- und Stahlproduktion unterstützen.

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Kunasek lobt ÖVP-Koalition, Kickl attackiert SPÖ beim FPÖ-Frühschoppen in Hartberg

08.10.2026

Die steirische FPÖ hat ihren traditionellen Frühschoppen beim Hartberger Oktoberfest erneut für eine machtbewusste politische Inszenierung genutzt. Vor rund 3.500 Besucherinnen und Besuchern im vollen Festzelt trat zuerst die Landesführung um Landeshauptmann Mario Kunasek auf, ehe Bundesparteichef Herbert Kickl als Hauptredner die Bühne übernahm. Begleitet von österreichischen Fahnen, „Herbert“-Sprechchören und Schlagern wie Tina Turners „The Best“ präsentierten sich die Freiheitlichen als geschlossene Kraft mit bundespolitischem Anspruch.

Kunasek, der sich nach zuletzt guten Umfragewerten demonstrativ gelöst gab, lobte die Zusammenarbeit mit dem Koalitionspartner ÖVP in der Steiermark. Man streite nicht, sondern es gebe „Arbeit, Arbeit, Arbeit und es funktioniert“, sagte der Landeshauptmann und verwies darauf, dass die „heilige Ordnung“ nach der Landtagswahl 2024 nicht mehr gegolten habe. Zugleich zeichnete er ein scharfes Bild in der Migrations- und Integrationspolitik, warnte vor einer Gefahr durch den „politischen Islam“ und erklärte, für Menschen, die mit „unseren Werten“ ein Problem hätten, müsse es heißen: „Ab, gute Reise.“ Sein Ziel formulierte er klar: Man könne nicht nur den Landeshauptmann stellen, sondern „Österreich auf Vordermann bringen“.

Kickl knüpfte an diese Steilvorlage an und nutzte den Auftritt, um sowohl die eigene Anhängerschaft zu mobilisieren als auch die Konkurrenz frontal anzugreifen. Die „wirkliche Volkspartei“ sei im Zelt versammelt, erklärte er und spielte sich gleichzeitig als von Gegnern unterschätzter, aber entschlossener Politiker in Szene. Er verwies darauf, dass er vielfach als „gefährlichster Politiker“ bezeichnet werde, stellte jedoch klar, gefährlich sei er aus seiner Sicht nicht für „meine Landsleute“, sondern für jene, „die unseren Wohlstand verludern und unsere Heimat stehlen“. Inhaltlich bekräftigte er dabei einmal mehr den Begriff „Remigration“ als eine seiner Visionen für ein künftiges Österreich.

Breiten Raum nahm in Kickls Rede die aktuelle Krise der SPÖ ein, die er als Chance für seine Partei deutete. Die Sozialdemokratie bezeichnete er polemisch als „Selbsthilfegruppe namens Soziademokratie“ und kommentierte die Diskussion um die Nachfolge von Bundesparteichef Andreas Babler mit der Ansage „game over, das Spiel ist vorbei“. Innerhalb der SPÖ würden „Kommunisten mit Kapitalisten streiten, wer die besseren Sozialisten sind“, sagte Kickl mit Blick auf innerparteiliche Flügelkonflikte und Ambitionen potenzieller Kandidaten. Für die kommende Nationalratswahl, die er als „Schicksalswahl“ charakterisierte, gab er sich siegessicher: Wenn sich die Freiheitlichen nicht „auseinanderdividieren lassen“, werde am Ende ein „Volkskanzler“ stehen. Neuwahlen könnten seiner Einschätzung nach „jederzeit daherkommen“, die steirische FPÖ um Kunasek präsentierte er als Vorbild für die Partei in anderen Bundesländern.