SICC approved scheme of arrangement to allow Jetstar Asia customers to recover unused tickets, bookings, vouchers

12.10.2026

SINGAPORE, Oct. 12, 2026 /PRNewswire/ -- The Singapore International Commercial Court (SICC) has approved a scheme of arrangement for Jetstar Asia Airways Pte Ltd, enabling nearly 194,000 consumer creditors to recover claims arising from unused tickets, bookings, and vouchers. The grounds of decision, delivered by SICC International Judge Christopher Scott Sontchi on 24 September 2026, provided significant guidance on the use of administrative convenience classes under section 210 of the Singapore Companies Act.

The scheme follows the decision to permanently cease the Jetstar Asia business and wind up the company on a solvent basis. With financial backing from its parent company Qantas Group, Jetstar Asia had already launched a comprehensive refund programme to repay all eligible retail customer claims in full and settle its remaining liabilities. However, even after approximately six months, uptake of the programme remained low, prompting the development of a formal scheme of arrangement.

With this scheme, full recovery of all approved claims by both consumer and non-consumer creditors is provided for. Its central feature was the creation of an administrative convenience class comprising all 194,200 consumer creditors, who would not be required to vote on the scheme but would be deemed to have unanimously approved its terms. In return, they would be repaid in full. This approach avoided the need to pause the existing refund programme to conduct a vote among nearly 194,000 creditors — a process that would have taken a considerable amount of time and resources disproportionate to the average size of individual consumer claims.

The scheme received unanimous support from all nine non-consumer creditors present at the scheme meeting. Pacific Airlines, which had initially filed a notice of disagreement after its proof of debt was rejected and it was excluded from the scheme, withdrew its objection one day before the sanction hearing following a settlement with the applicant.

On the legal framework, the SICC held that sections 210(3AB) and 210(1) of the Companies Act together give the court considerable latitude in determining how voting requirements may be satisfied, and that this latitude provides the statutory basis for creating an administrative convenience class. The court also set out the conditions under which such a class may be used without causing undue prejudice. The applicant must justify the gains in efficacy or administrative convenience; the court must assess prejudice to both members of the class and those outside it; the mechanism must not be used to gerrymander or abuse the cram-down process; and the interests of the non-voting class must not be adversely affected by the scheme.

The SICC found no undue prejudice on the facts, noting that all scheme creditors were entitled to full repayment, and that there was clear administrative benefit in avoiding a large-scale voting exercise.

For the full judgment, visit [2026] SGHC(I) 22.

Jetstar Asia customers can recover unused tickets, bookings, vouchers in scheme of arrangement sanctioned by SICC (Photo: Pexels)

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Wie ein verstorbener Sektionschef zum Politikum im U-Ausschuss wurde

08.10.2026

Ein umfangreicher Auswertungsbericht der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) zu digitalen Daten des verstorbenen Justiz-Spitzenbeamten Christian Pilnacek sorgt für neuen politischen und justizinternen Sprengstoff. Chatprotokolle, E-Mails und weitere Unterlagen zeichnen ein Bild tiefgreifender Konflikte innerhalb der Justiz – insbesondere zwischen der WKStA und Teilen der vorgesetzten Behörden. Parallel dazu bereitet ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss die Befragung von Schlüsselpersonen vor, um mögliche politische Einflussnahmen auf Ermittlungen rund um Pilnacek und dessen Tod zu beleuchten.

Aus der von der WKStA erstellten Expertise zu Pilnaceks Kommunikationsdaten geht hervor, wie der langjährige Leiter der für Strafrecht zuständigen Sektion im Justizministerium über Jahre hinweg gegenüber der WKStA Stellung bezog. Der Bericht zeigt, dass der damalige Wiener Oberstaatsanwaltschef Johann Fuchs im Juni 2019 in einer internen Nachricht erklärte, er sehe es als Aufgabe seiner Amtszeit, eine von der WKStA angeblich offengelegte „Verkommenheit“ im Berufsstand „mit allen Mitteln zu bekämpfen“. Er bezeichnete Pilnacek darin ausdrücklich als Mitstreiter. In dem Gutachten findet sich zudem Material, aus dem hervorgehen soll, wie die Korruptionsstaatsanwaltschaft aufgelöst und neu aufgesetzt werden könnte.

Die Auswertung des Laptops und mehrerer Speichermedien Pilnaceks, die in einem rund 440 Seiten starken Bericht zusammengefasst wurde, behandelt auch seine Kontakte in das Umfeld der ÖVP. Der frühere Sektionschef war von 2010 bis 2020 über alle wesentlichen Strafsachen der Republik informiert und konnte als weisungsbefugter Beamter Ermittlungsschritte mitsteuern oder Berichte anfordern. Laut dem Bericht kooperierte er in dieser Zeit eng mit ÖVP-nahen Personen und wirkte an der Verteidigung von Beschuldigten mit. Nach Bekanntwerden einer Audioaufnahme aus dem Sommer 2023, in der Pilnacek Interventionen von ÖVP-Seite beklagte, leitete die WKStA ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannte Täter ein; dieser Interventionsakt ist nun ebenfalls Gegenstand des U-Ausschusses.

Der Untersuchungsausschuss, der sich mit den Umständen von Pilnaceks Tod und dem Umgang der Behörden befasst, bekommt das WKStA-Dokument zeitlich passend zur nächsten Befragungsrunde vorgelegt. Zunächst soll ein IT-Experte der WKStA, der für das Auslesen von Datenträgern zuständig ist, Auskunft geben. In den darauffolgenden Tagen werden Exekutivbeamte befragt, darunter der Leiter des Bundeskriminalamts sowie zwei Polizeibeamte aus Niederösterreich, die unter anderem mit Pilnaceks Geisterfahrt Stunden vor dem Fund seiner Leiche in einem Donau-Seitenarm befasst waren. Politisch besonders im Fokus steht der Auftritt von Innenminister Gerhard Karner und dessen Kabinettschefin, nachdem eine vom Ressort in Auftrag gegebene Schulungsunterlage für geladene Auskunftspersonen parteiübergreifend – mit Ausnahme der ÖVP – auf Kritik gestoßen war.

Die Kombination aus internen Justizchats, detaillierter Datenauswertung und politischer Aufarbeitung im Parlament verschärft die Debatte über das Verhältnis zwischen Ministerien, Staatsanwaltschaften und Parteien. Während die WKStA ihre Auswertungsergebnisse in den U-Ausschuss einbringt, suchen Abgeordnete nach Antworten auf die Frage, ob und in welchem Ausmaß versucht wurde, auf Ermittlungen Einfluss zu nehmen – sowohl in prominenten Wirtschafts- und Korruptionsfällen als auch im Zusammenhang mit den Untersuchungen nach dem Tod eines der einflussreichsten Justizbeamten der vergangenen Jahre.