VOLLO von myrtle.ai stellt neue STAC-ML-Rekorde bei der Gradienten-Boosting-Baum-Inferenz auf

06.10.2026

Eine p99-Latenz von unter 2 µs und bis zu 50 Millionen Inferenzoperationen pro Sekunde in geprüften Benchmarks wurden heute auf dem STAC Summit in London vorgestellt

CAMBRIDGE, England, 6. Oktober 2026 /PRNewswire/ -- myrtle.ai gab heute bekannt, dass sein VOLLO®-Inferenzbeschleuniger bei den STAC-ML Markets (Inference)-Benchmarks für Gradient-Boosted Trees neue Rekorde aufgestellt hat: Die Latenz im 99. Perzentil wurde um mehr als 30 % gesenkt und der Durchsatz gegenüber den bisherigen Bestwerten um mindestens das Fünffache gesteigert. Die von STAC® geprüften Ergebnisse wurden heute auf dem STAC-Gipfel in London vorgestellt.

Independently audited by STAC

Auf einem AMD Alveo™ V80LL Compute Accelerator in einem Blackcore ICON 3132-SM+ Server erreichte VOLLO bei allen drei Modellen p99-Latenzen von unter 2 Mikrosekunden. Das kleinste Modell bewältigte 50 Millionen Inferenzoperationen pro Sekunde bei einer p99-Latenz von nur 1,77 µs.

Im elektronischen Handel wirkt sich die Zeitspanne zwischen dem Eintreffen der Marktdaten und der Entscheidungsfindung unmittelbar auf die Renditen aus. Dank der geringen, deterministischen Latenz können Unternehmen größere und präzisere Modelle einsetzen, ohne den Anschluss an den Markt zu verlieren, sodass die Modellqualität nicht mehr zugunsten der Geschwindigkeit geopfert werden muss.

„Handelsunternehmen wollen immer leistungsfähigere Modelle einsetzen, ohne dabei an Geschwindigkeit einzubüßen, und diese Ergebnisse zeigen, dass dies möglich ist. Entwickler können nun ihre eigenen Modelle auf VOLLO testen, ohne über FPGA-Kenntnisse verfügen zu müssen, und sich selbst von den Vorteilen überzeugen", sagte Peter Baldwin, CEO von myrtle.ai.

Nach den im April bekannt gegebenen Ergebnissen des STAC Tacana hält VOLLO nun die Rekorde für die deterministische Latenz sowohl bei Entscheidungsbäumen als auch bei neuronalen Netzen. Es hat sich bereits in der Praxis bewährt: In Hunderttausenden von Stunden Live-Handel hat es für viele der weltweit führenden Handelsunternehmen Alpha generiert. Dank seiner Modellflexibilität hat es sich zudem zu einer bevorzugten Plattform in den Bereichen Telekommunikation, Netzwerksicherheit und Verteidigung entwickelt.

STAC-ML Markets (Inference) ist der technologische Referenzstandard für die Durchführung von Inferenzberechnungen auf Basis von Echtzeit-Marktdaten. Es wurde von Quants und Technologen führender Finanzunternehmen entwickelt und liefert Berichte über die Leistung, die Ressourceneffizienz und die Qualität jedes Technologie-Stacks, auf dem die bereitgestellten Modelle ausgeführt werden können. Die vollständigen Ergebnisse finden Sie im STAC-Bericht (SUT-ID MRTL2026905) unter www.STACresearch.com/MRTL2026905.

ML-Entwickler können bereits heute auf VOLLO testen, wie ihre eigenen Modelle abschneiden würden, ohne dass dafür FPGA-Tools oder Fachwissen erforderlich sind. Besuchen Sie myrtle.ai/vollo-trees, oder wenden Sie sich an, vollo@myrtle.ai.

Informationen zu myrtle.ai

Myrtle.ai ist ein KI-/ML-Softwareunternehmen, das Inferenzbeschleuniger mit extrem geringer Latenz für FPGA-basierte Plattformen aller führenden FPGA-Anbieter anbietet. Die Beschleuniger des Unternehmens kommen unter anderem in den Bereichen Finanzhandel, Mobilfunk, LLMs, Sprachverarbeitung und Empfehlungssysteme zum Einsatz.

VOLLO, VOLLO Accelerator und das VOLLO-Logo sind eingetragene Marken von myrtle.ai. „STAC" und alle STAC-Bezeichnungen sind Marken oder eingetragene Marken des Strategic Technology Analysis Center, LLC. AMD, das AMD-Arrow-Logo, Alveo und Kombinationen daraus sind Marken von Advanced Micro Devices, Inc.

myrtle.ai Logo

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Wie ein verstorbener Sektionschef zum Politikum im U-Ausschuss wurde

08.10.2026

Ein umfangreicher Auswertungsbericht der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) zu digitalen Daten des verstorbenen Justiz-Spitzenbeamten Christian Pilnacek sorgt für neuen politischen und justizinternen Sprengstoff. Chatprotokolle, E-Mails und weitere Unterlagen zeichnen ein Bild tiefgreifender Konflikte innerhalb der Justiz – insbesondere zwischen der WKStA und Teilen der vorgesetzten Behörden. Parallel dazu bereitet ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss die Befragung von Schlüsselpersonen vor, um mögliche politische Einflussnahmen auf Ermittlungen rund um Pilnacek und dessen Tod zu beleuchten.

Aus der von der WKStA erstellten Expertise zu Pilnaceks Kommunikationsdaten geht hervor, wie der langjährige Leiter der für Strafrecht zuständigen Sektion im Justizministerium über Jahre hinweg gegenüber der WKStA Stellung bezog. Der Bericht zeigt, dass der damalige Wiener Oberstaatsanwaltschef Johann Fuchs im Juni 2019 in einer internen Nachricht erklärte, er sehe es als Aufgabe seiner Amtszeit, eine von der WKStA angeblich offengelegte „Verkommenheit“ im Berufsstand „mit allen Mitteln zu bekämpfen“. Er bezeichnete Pilnacek darin ausdrücklich als Mitstreiter. In dem Gutachten findet sich zudem Material, aus dem hervorgehen soll, wie die Korruptionsstaatsanwaltschaft aufgelöst und neu aufgesetzt werden könnte.

Die Auswertung des Laptops und mehrerer Speichermedien Pilnaceks, die in einem rund 440 Seiten starken Bericht zusammengefasst wurde, behandelt auch seine Kontakte in das Umfeld der ÖVP. Der frühere Sektionschef war von 2010 bis 2020 über alle wesentlichen Strafsachen der Republik informiert und konnte als weisungsbefugter Beamter Ermittlungsschritte mitsteuern oder Berichte anfordern. Laut dem Bericht kooperierte er in dieser Zeit eng mit ÖVP-nahen Personen und wirkte an der Verteidigung von Beschuldigten mit. Nach Bekanntwerden einer Audioaufnahme aus dem Sommer 2023, in der Pilnacek Interventionen von ÖVP-Seite beklagte, leitete die WKStA ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannte Täter ein; dieser Interventionsakt ist nun ebenfalls Gegenstand des U-Ausschusses.

Der Untersuchungsausschuss, der sich mit den Umständen von Pilnaceks Tod und dem Umgang der Behörden befasst, bekommt das WKStA-Dokument zeitlich passend zur nächsten Befragungsrunde vorgelegt. Zunächst soll ein IT-Experte der WKStA, der für das Auslesen von Datenträgern zuständig ist, Auskunft geben. In den darauffolgenden Tagen werden Exekutivbeamte befragt, darunter der Leiter des Bundeskriminalamts sowie zwei Polizeibeamte aus Niederösterreich, die unter anderem mit Pilnaceks Geisterfahrt Stunden vor dem Fund seiner Leiche in einem Donau-Seitenarm befasst waren. Politisch besonders im Fokus steht der Auftritt von Innenminister Gerhard Karner und dessen Kabinettschefin, nachdem eine vom Ressort in Auftrag gegebene Schulungsunterlage für geladene Auskunftspersonen parteiübergreifend – mit Ausnahme der ÖVP – auf Kritik gestoßen war.

Die Kombination aus internen Justizchats, detaillierter Datenauswertung und politischer Aufarbeitung im Parlament verschärft die Debatte über das Verhältnis zwischen Ministerien, Staatsanwaltschaften und Parteien. Während die WKStA ihre Auswertungsergebnisse in den U-Ausschuss einbringt, suchen Abgeordnete nach Antworten auf die Frage, ob und in welchem Ausmaß versucht wurde, auf Ermittlungen Einfluss zu nehmen – sowohl in prominenten Wirtschafts- und Korruptionsfällen als auch im Zusammenhang mit den Untersuchungen nach dem Tod eines der einflussreichsten Justizbeamten der vergangenen Jahre.