Eine aktuelle Untersuchung im Fachjournal "PNAS" analysiert die Einkommensverteilung in insgesamt 17 Ländern dies- und jenseits des Atlantiks. Die Ergebnisse zeigen, dass die Einkommensungleichheit innerhalb der Erwerbsbevölkerung im Zeitraum zwischen 1995 und 2021 in zahlreichen Staaten zugenommen hat. Diese Entwicklung deutet auf eine systematische Verschiebung der wirtschaftlichen Verhältnisse in vielen Industrienationen hin.

Als Haupttreiber für diese steigende Ungleichheit identifiziert das Forschungsteam primär den Abbau von steuerlichen Maßnahmen und Transferleistungen. Diese Instrumente wirken traditionell ausgleichend auf die Einkommensverhältnisse innerhalb einer Gesellschaft. Wenn staatliche Umverteilungsmechanismen reduziert werden, steigt die Diskrepanz zwischen den verschiedenen Einkommensgruppen in der Erwerbsbevölkerung signifikant an.

Besonders deutlich ist dieser Effekt in Deutschland sowie in Nordeuropa zu beobachten. In diesen Regionen wurde die Umverteilung stark abgebaut, was mit einer entsprechenden Zunahme der Einkommensungleichheit einherging. Die Daten legen nahe, dass die fiskalische Politik in diesen Ländern einen direkten Einfluss auf die soziale Schichtung hatte.

Im Gegensatz zu vielen anderen untersuchten Ländern zeigt sich Österreich in diesem Zusammenhang relativ stabil. Während andere Nationen mit einer wachsenden Schere bei den Einkommen kämpfen, blieb die Situation in Österreich über den betrachteten Zeitraum hinweg konstanter. Dies unterstreicht die Bedeutung stabiler Transferleistungen für die Aufrechterhaltung der sozialen Gleichheit.