Die aktuelle Datenlage des Arbeitsmarktservices (AMS) für Vorarlberg zeigt ein ambivalentes Bild. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen stieg im Oktober im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent auf 12.009 Personen. Laut AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter hat der Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber den Vormonaten jedoch an Dynamik verloren, was auf erste Zeichen einer Erholung hindeutet.
Besorgnis erregt insbesondere die Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit. Ende Oktober waren 2.707 Personen länger als ein Jahr ohne Arbeit, was einem deutlichen Anstieg von rund 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders betroffen sind dabei ältere Arbeitsuchende, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen sowie Personen ohne einen Ausbildungsabschluss.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, setzt das AMS gezielte Maßnahmen zur nachhaltigen Integration in den Arbeitsmarkt. Das Angebot umfasst persönliche Beratungen, Kurse und Umschulungen sowie finanzielle Anreize für Arbeitgeber. Unternehmen können Lohnkostenzuschüsse erhalten, wenn sie betroffene Personen einarbeiten, zudem existieren befristete Stellen in sozialökonomischen Betrieben.
Trotz der angespannten Lage gibt es in Vorarlberg weiterhin einen Bedarf an Arbeitskräften, mit 3.045 gemeldeten offenen Stellen Ende Oktober. Bereuter appelliert daher an die Suchenden, die Jobchancen konsequent zu nutzen und sich aktiv zu bewerben. Wirtschaftsforscher und das AMS erwarten jedoch nur eine langsame Erholung über die Wintermonate; eine spürbare Entlastung wird erst durch eine stärkere Konjunktur im nächsten Jahr erwartet.



