
Im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Tod des früheren Justiz-Sektionschefs Christian Pilnacek rückt erneut dessen Laptop in den Mittelpunkt. Als erste Auskunftsperson des aktuellen Befragungstages schilderte jener pensionierte IT-Techniker sein Vorgehen, der das Gerät nach dem tödlichen Vorfall als Erster in Händen hielt. Er bestätigte, im Auftrag von Vertrauten Pilnaceks Daten gesichert zu haben, wies jedoch ausdrücklich zurück, den Computer manipuliert oder darüber hinausgehende Eingriffe vorgenommen zu haben.
Der Techniker berichtete, er habe den Laptop Ende Oktober 2023 gemeinsam mit fünf USB-Sticks von einer Bekannten Pilnaceks übernommen, die im Haus in Rossatz mit einer weiteren Vertrauten des Sektionschefs zusammengelebt habe. Das Gerät sei am 7. November zurückgegeben worden, korrigierte er frühere Angaben, wonach er den Laptop schon eine Woche früher erhalten haben soll. Die Diskrepanz erklärte er mit Sehschwierigkeiten in diesem Zeitraum. Von den fünf übergebenen USB-Sticks sei einer beschädigt worden; neben den vier verbliebenen Datenträgern habe er einen zusätzlichen Stick mit kopierten Daten retourniert.
Nach Darstellung der Auskunftsperson war vor allem jene Bekannte, die ihm den Laptop übergab, bei den weiteren Schritten „federführend“. Er sei davon ausgegangen, dass sie rechtmäßig über das Gerät verfügen könne. Die im Haus mitwohnende Vertraute Pilnaceks habe private Daten von dem Laptop benötigt und sei emotional stark belastet gewesen. Die eigentliche Kopieraktion habe den Schilderungen zufolge rund eineinhalb Stunden gedauert. Welche konkreten Informationen sich auf den Datenträgern befanden, konnte der Techniker nicht präzise darlegen; er vermutete aber, dass Pilnacek dort auch ihm zugespielte Inhalte gespeichert hatte.
Politisch bleibt vor allem der Zustand des internen Speichers des Geräts umstritten. FPÖ-Fraktionsführer Christian Hafenecker verweist auf die Aussage eines Technikers aus dem Justizministerium, wonach das interne „Gedächtnis“ des Computers gelöscht worden sei – eine Vorgangsweise, die er eher im Umfeld von Hackern verortet. Grüne und NEOS kritisieren indessen die aus ihrer Sicht mangelhafte bzw. schleppende Datenübermittlung durch das Innenministerium. Die Grünen-Fraktionsführerin Nina Tomaselli stellt die Frage, warum überhaupt ein externer Informatiker zur Datensicherung beigezogen wurde, wenn der Laptop nach bisherigem Wissensstand nicht einmal passwortgeschützt war, und drängt auf Herausgabe der Logdaten der Behörde. NEOS-Abgeordnete Sophie Wotschke warnt, die bisherige Zurückhaltung des Ressorts bereite Spekulationen und Verschwörungstheorien den Boden, statt zur Aufklärung beizutragen.

Die Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ) hat 13 im Handel erhältliche Gläser Pesto Rosso analysieren lassen – mit einem klaren Befund: Während alle Bio-Produkte im Test frei von Pestiziden waren und vier Proben überhaupt keine gesundheitsschädlichen Rückstände aufwiesen, zeigte sich bei konventioneller Ware eine breite Palette an Belastungen. Die Konsumentenschützer sprechen von „deutlichen Qualitätsunterschieden“ zwischen den Produkten in den Regalen der Lebensmittelketten.
In den konventionellen Pestos wurden Spuren des hormonell wirksamen Industriechemikaliums Bisphenol A (BPA), potenziell krebserregende Schimmelpilzgifte sowie Pestizid-Rückstände festgestellt. In fünf konventionellen Produkten tauchte BPA nachweislich auf. Laut AK OÖ kann der Stoff hormonell wirken und die Fruchtbarkeit sowie das Immunsystem beeinträchtigen. Eine unmittelbare Gesundheitsgefährdung gehe von den gemessenen Konzentrationen zwar nicht aus, betonen die Tester, dennoch verweisen sie auf die grundsätzliche Problematik einer chronischen und kombinierten Belastung.
Besondere Aufmerksamkeit widmet die Auswertung den in vier Proben nachgewiesenen „relevanten Mengen“ an Alternariatoxinen. Diese Schimmelpilzgifte entstehen durch Pilze der Gattung Alternaria, die häufig Tomaten befallen – eine zentrale Zutat vieler Pesto-Rosso-Rezepte. Hinzu kommt: In allen konventionellen Pesto-Saucen mit Ausnahme eines einzelnen Produkts fanden die Prüfer Pestizid-Rückstände. Zwar seien die gemessenen Gehalte laut Arbeiterkammer nicht akut giftig, doch über Wechselwirkungen, wenn mehrere Pestizide gleichzeitig im Produkt auftreten, gebe es bislang nur wenige belastbare Daten.
Für zusätzliche Brisanz sorgen Einzelfunde von Pflanzenschutzmitteln, die die AK OÖ ausdrücklich als „besonders bedenklich“ einstuft. In je einem Pesto wurden Spuren des Fungizids Dimethomorph sowie des Insektizids Chlorantraniliprol gemessen. Letzteres gilt als toxisch für Wasserorganismen. Vor diesem Hintergrund rät die Arbeiterkammer Konsumenten, beim Einkauf verstärkt auf Bio-Qualität zu achten, zumal diese Pestos im Test frei von Pestiziden blieben und insgesamt deutlich geringere Belastungen aufwiesen.